Was verbirgt sich genau hinter der Femtozellen-Technik, mag sich so mancher fragen. Das Prinzip der Femtozelle ist leicht erklärt: Im Prinzip ähnelt die Femtozellen-Technik einem WLAN-Router in Kombination mit einem WLAN-fähigen Handy. Der Femto-Router, der von der Größe mit einem gewöhnlichen WLAN-Modem vergleichbar ist, wird per DSL mit dem Internet verbunden. Dann findet die Anbindung über einen Gateway an das UMTS-Netz des Mobilfunkbetreibers statt.

Ist der Femto-Router angeschlossen und eine SIM-Karte eingelegt, bildet das Gerät eine private Funkzelle. In dieser Femtozelle kann der Anwender dann, je nach Endgerät, UMTS mit HSDPA oder HSUPA nutzen. Was den technischen Aufwand und das notwendige technische Know-How bei der Installation anbelangt, dürften vor allen Dingen die weniger technisch versierten Verbraucher erfreut sein: Die Femtozellen-Technologie lässt sich mit weniger Aufwand installieren als ein WLAN. Plug and Play ist in diesem Zusammenhang das Stichwort, die umständliche Einrichtung einer Verschlüsselung entfällt.

Durch die Femtozellen-Technik kann insbesondere die Versorgungsdichte in Gebieten erhöht werden, in denen es zu Mobilfunk-Engpässen kommt. Während solche "privaten Funkzellen" im privaten Bereich etwas Neues sind, werden im Unternehmensbereich ähnliche Methoden eingesetzt um beispielsweise die Verfügbarkeit und Sendeleistung zu verbessern. Allerdings spricht man in solchen Fällen nicht von "Femto-" sondern von "Picozellen". Bei "Femto" und "Pico" handelt es sich um so genannte SI-Prefixe - also Vorsilben für physikalische Maßeinheiten. Femto steht dabei für ein Billiardstel, Pico für ein Billionstel.

Noch bis vor kurzem war eines der großen Hindernisse bei der Einführung von Femtozellen der noch nicht abgeschlossene Standardisierungsprozess, der in Zusammenarbeit mit dem Mobilfunk- Standardisierungsgremium 3rd Generation Partnership Project (3GPP) stattfindet. Zwar hatte man die Aspekte Funk und Interferenz bereits im Dezember 2008 abgehandelt, aber die Themen Management/Bereitstellung und Sicherheit standen noch aus. Seit Anfang April 2009 gibt es nun Standardspezifikationen im Rahmen des neuen 3GPP Release 8. Damit steht der Massenproduktion von standardisierten Femtozellen nichts mehr im Wege.