Ist man als Verbraucher auf der Suche nach einem Femto-Router, so wird man schwer fündig. Femtocell-Geräte sind in den Regalen der Handy-Shops noch Mangelware. Dennoch gibt es eine Handvoll Firmen, welche die ersten Prototypen für künftige Femto-Router entwickelt haben.

So arbeitet zum Beispiel das Unternehmen Netgear gemeinsam mit Nokia Siemens Networks an der Entwicklung neuer Femto-Hardware. Das Joint-Venture hat sogar schon ein erstes Gerät präsentiert. Der Femto-Router bietet einen Zugang zum UMTS-Mobilfunknetz. Das Gerät ist auch HSDPA-kompatibel. Eine WLAN-Anbindung ist ebenso möglich. Ein internes DSL-Modem ist ebenfalls an Bord. Für Kabelverbindungen stehen vier Netzwerkanschlüsse zur Verfügung.

Auch in England wird die Entwicklung von Femto-Endgeräten vorangetrieben. Das englische Unternehmen IP.access will in Zukunft mit dem "Access Point Oyster 3G" im Femtozellen-Bereich mitmischen. Das Femto-Gerät der Engländer funkt per UMTS und beherrscht dank HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) und HSUPA (High Speed Uplink Packet Access) auch schnellere Down- und Uploads. Allerdings ist der Access Point kein klassischer Femto-Router da ihm eine Routerfunktion fehlt. Das Gerät benötigt eine Verbindung zum DSL-Modem beziehungsweise dem Netzwerkrouter der für den Internetzugang verwendet wird.

Ein weiteres Femto-Produkt aus England ist der unter der Marke "ZoneGate" vermarktete Femto-Router von Ubiquisys. Der Vorteil dieses Routers besteht darin, dass sich das Gerät modular aufbauen lässt, sprich der Kunde entscheidet welche Funktion er braucht und welche nicht. Dementsprechend kann der Femto-Router mit DSL, VoIP, Ethernet, USB, UMTS samt HSDPA und WLAN ausgestattet werden.

Der Handy-Hersteller Motorola hat bereits auf dem Mobile World Congress 2008 mit zwei Femto-Geräten auf die eigene Entwicklungsarbeit im Femto-bereich aufmerksam gemacht. in Barcelona zwei Produkte demonstriert. Der Access Point 8000 beherrscht UMTS mit HSDPA, WLAN und Internet-Telefonie per VoIP. Die größere Version mit dem Namen Gateway 8100 bietet zusätzlich vier Ethernet-Anschlüsse. Motorola will diese Modelle jedoch nur direkt an Provider verkaufen. Auf der CES 2009 in Las Vegas gab es auch die ersten Consumer-Produkte zu sehen, wie den Bilderrahmen CDMA 9100.

Da die gesamte Femtocell-Technologie erst im Entwicklungsstadium ist, lässt sich noch nicht abschätzen wie viel die Geräte irgendwann kosten werden, sobald die Massenproduktion einsetzt. Da Femto-Router nur von Unternehmen mit einer Sendelizenz verkauft werden dürfen, wird man an den Mobilfunkbetreibern nicht vorbeikommen. Man kann davon ausgehen, dass die Femto-Router in Zukunft subventioniert angeboten werden, da die Provider sie aller Voraussicht nach einen Mobilfunkvertrag koppeln werden.